Wenn aus Leidenschaft Konkurrenz wird

Über Fotografie, Vergleiche, Anerkennung und darüber, warum gemeinsames Lernen manchmal mehr wert ist als das bessere Bild

Fotografie war für mich von Anfang an mehr als einfach nur eine Kamera in die Hand zu nehmen und schöne Landschaften festzuhalten.

Sie bedeutete Reisen, Entdecken, Lernen, draußen sein, neue Landschaften sehen und irgendwann auch immer stärker die Möglichkeit, meiner eigenen Kreativität Ausdruck zu verleihen.

Und das vielleicht Schönste daran: Ich musste diesen Weg anfangs nicht alleine gehen.

Alles begann mehr oder weniger innerhalb eines Freundeskreises. Mehrere von uns entdeckten ungefähr zur selben Zeit die Begeisterung für Landschaftsfotografie, Natur, Reisen und fremde Kulturen. Wir lernten gemeinsam, probierten Dinge aus, machten Fehler, diskutierten über Technik und Bildbearbeitung und entwickelten uns dabei unglaublich schnell weiter.

Rückblickend würde ich sogar sagen, dass wir innerhalb der ersten zwei Jahre Dinge gelernt haben, für die andere vielleicht fünf oder zehn Jahre benötigen.

Nicht, weil wir außergewöhnlich talentiert gewesen wären.

Sondern weil wir uns intensiv damit beschäftigten.

Wir fotografierten viel. Wir diskutierten. Wir probierten aus. Wir beschäftigten uns mit neuen Techniken und bearbeiteten Bilder teilweise stundenlang.

Und wir hatten einander.

Eigentlich die besten Voraussetzungen für ein gemeinsames Hobby.

Doch irgendwann kam noch etwas anderes dazu:

Konkurrenz.

Wenn aus „besser werden“ plötzlich „besser sein“ wird

Ein gewisses Konkurrenzdenken war bei mir schon relativ früh vorhanden.

Und wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, war da auch der Wunsch, nicht nur gute Bilder zu machen.

Ich wollte teilweise auch der Beste sein.

Vielleicht kennen das viele Menschen aus ihren eigenen Hobbys.

Man beginnt gemeinsam. Man lernt gemeinsam. Und irgendwann beginnt man automatisch zu vergleichen.

Wer hat die bessere Kamera?

Wer kennt die bessere Technik?

Wer findet den besseren Spot?

Wer macht die interessantere Komposition?

Wer kann Bilder besser bearbeiten?

Wer bekommt mehr Aufmerksamkeit?

Am Anfang kann dieser Wettbewerb sogar unglaublich motivierend sein.

Wenn jemand etwas Neues lernt, möchte man selbst nachziehen. Wenn jemand ein großartiges Bild produziert, beginnt man darüber nachzudenken, was man selbst verbessern könnte.

Und vielleicht war genau dieses gegenseitige Antreiben einer der Gründe dafür, warum wir uns damals so schnell entwickelt haben.

Doch irgendwo liegt eine Grenze.

Eine Grenze zwischen:

„Ich möchte besser werden.“

und

„Ich möchte besser sein als du.“

Und diese Grenze habe ich früher immer wieder überschritten.

Wenn der Vergleich die Freude am eigenen Bild nimmt

Es gab Zeiten, in denen mir dieses ständige Vergleichen tatsächlich einen Teil der Freude an der Fotografie genommen hat.

Heute passiert mir das kaum noch.

Früher wesentlich häufiger.

Das Problem dabei ist eigentlich ziemlich absurd.

Man könnte gerade ein Bild gemacht haben, auf das man unglaublich stolz ist.

Man kommt nach Hause, öffnet die Datei am Computer, beginnt mit der Bearbeitung und freut sich über das Ergebnis.

Dann sieht man das Bild eines anderen Fotografen.

Und plötzlich verändert sich die eigene Wahrnehmung.

Das Bild, das fünf Minuten zuvor noch großartig war, fühlt sich plötzlich weniger gut an.

Nicht weil es sich verändert hätte.

Sondern weil man angefangen hat, es mit etwas anderem zu vergleichen.

Und genau darin liegt für mich rückblickend eines der größten Probleme.

Der Wert des eigenen Bildes wurde teilweise davon abhängig, was jemand anderes gemacht hatte.

Social Media macht Vergleiche unglaublich einfach

Dann kam natürlich noch Social Media dazu.

Instagram bietet uns praktisch permanent eine scheinbare Bewertungsmaschine für unsere kreative Arbeit.

Likes.

Kommentare.

Follower.

Reichweite.

Zahlen überall.

Und Zahlen wirken objektiv.

Ein Bild bekommt 2.000 Likes.

Ein anderes 150.

Unser Gehirn macht daraus schnell:

Das erste Bild ist besser.

Natürlich stimmt das nicht.

Reichweite hängt von unglaublich vielen Dingen ab: von der Größe eines Accounts, Aktivität, Algorithmus, Veröffentlichungszeitpunkt, bestehenden Followern und vielen weiteren Faktoren.

Trotzdem kann es emotional schwierig sein, diese Dinge voneinander zu trennen.

Gerade früher hat mir das durchaus zugesetzt.

Ich war selbst längere Zeit kaum auf Instagram aktiv, während andere Fotografen bereits eine wesentlich größere Reichweite aufgebaut hatten.

Natürlich wusste ich rational, dass die Anzahl der Likes nichts darüber aussagt, wie gut oder schlecht meine Arbeit ist.

Aber rationales Wissen und Emotionen sind eben zwei unterschiedliche Dinge.

Ich dachte mir trotzdem manchmal:

Warum bekommt diese Arbeit so viel Aufmerksamkeit und meine nicht?

Dabei ging es wahrscheinlich weniger um Likes selbst.

Es ging um Anerkennung.

Um das Gefühl, dass jemand die Arbeit sieht, in die man unglaublich viele Stunden investiert hat.

Anerkennung zu wollen ist nichts Schlechtes

Heute sehe ich dieses Thema wesentlich entspannter.

Likes selbst kümmern mich relativ wenig.

Natürlich würde ich mich über mehr Reichweite freuen.

Nicht zuletzt deshalb, weil Fotografie mittlerweile mehr für mich geworden ist als nur ein Hobby. Ich möchte mit meiner Arbeit Menschen erreichen, die meine Bilder mögen, meine Art der Fotografie interessant finden und vielleicht irgendwann Lust haben, mich auf einer meiner Fotoreisen zu begleiten.

Und natürlich wäre es auch unehrlich zu behaupten, dass mir ein gewisser Bekanntheitsgrad vollkommen egal wäre.

Wer würde sich nicht darüber freuen, wenn die eigene Arbeit von vielen Menschen geschätzt wird?

Ich habe Fotografen, zu denen ich selbst aufblicke.

Marc Adamus gehört für mich definitiv dazu.

Natürlich wäre es unglaublich, irgendwann auch nur ansatzweise eine ähnliche Reichweite oder Anerkennung für meine eigene Arbeit zu erreichen.

Doch ich glaube, man muss zwischen drei Dingen unterscheiden:

Anerkennung.

Ambition.

und

Konkurrenz.

Es ist vollkommen legitim, Anerkennung für seine Arbeit zu wollen.

Es ist ebenfalls vollkommen legitim, ambitioniert zu sein und sich hohe Ziele zu setzen.

Problematisch wird es für mich erst dann, wenn ich meinen eigenen Erfolg daran messe, ob ich jemand anderen übertreffe.

Irgendwann entwickelt jeder seinen eigenen Weg

Nach einigen Jahren wurde außerdem immer deutlicher, dass sich unsere fotografischen Wege ohnehin auseinanderentwickelten.

Einer interessierte sich stärker für Astrofotografie und Heimatfotografie.

Ein anderer beschäftigte sich zunehmend mit Menschen und Portraits.

Und ich selbst fühlte mich immer stärker zur Reise- und Landschaftsfotografie hingezogen.

Auch unsere Bildbearbeitung entwickelte sich in vollkommen unterschiedliche Richtungen.

Und genau diese Erkenntnis war für mich irgendwann unglaublich befreiend.

Denn wie sinnvoll ist es eigentlich, zwei Fotografen miteinander zu vergleichen, die vollkommen unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie ein Bild aussehen soll?

Fotografie ist schließlich keine Mathematikaufgabe.

Es gibt nicht die eine richtige Lösung.

Zwei Menschen können am selben Ort stehen.

Vor derselben Landschaft.

Zur selben Uhrzeit.

Mit vielleicht sogar derselben Kamera.

Und trotzdem zwei vollkommen unterschiedliche Bilder produzieren.

Andere Brennweite.

Andere Komposition.

Andere Belichtung.

Andere Farben.

Andere Stimmung.

Andere Bearbeitung.

Und möglicherweise sind beide Bilder großartig.

Fotografie wurde für mich immer mehr zu digitaler Malerei

Je stärker ich mich mit der Arbeit von Marc Adamus beschäftigte und je mehr ich meinen eigenen Stil entwickelte, desto weniger interessierte mich irgendwann die Frage, ob meine Bearbeitung „richtiger“ oder „besser“ ist als die eines anderen Fotografen.

Ich begann Fotografie anders zu verstehen.

Wie ich bereits in einem früheren Beitrag beschrieben habe, empfinde ich die Bildbearbeitung mittlerweile fast wie digitales Malen.

Das RAW-Bild ist meine Grundlage.

Meine Leinwand.

Und daraus entsteht meine Interpretation des Moments.

Natürlich möchte ich dabei nicht einfach irgendeine beliebige Realität erschaffen.

Aber ich möchte ausdrücken, wie ich eine Landschaft erlebt habe.

Welche Stimmung sie für mich hatte.

Welche Farben ich wahrgenommen habe.

Welche Elemente für mich wichtig waren.

Wo ich den Blick des Betrachters hinführen möchte.

Und spätestens an diesem Punkt verliert die Frage danach, wer nun „richtig“ bearbeitet, ohnehin ihre Bedeutung.

Trotzdem ist Konkurrenz nicht einfach verschwunden

Ich könnte jetzt natürlich einen wunderschönen Blogbeitrag schreiben und behaupten:

Heute interessiert mich überhaupt nicht mehr, was andere machen.

Ich vergleiche mich niemals.

Ich gönne jedem jeden Erfolg.

Und Konkurrenzdenken existiert für mich nicht mehr.

Das wäre nur leider gelogen.

Auch heute sehe ich manchmal ein Bild und denke mir:

Verdammt. Das hätte ich gerne gemacht.

Oder:

Warum habe ich diese Komposition nicht gesehen?

Oder auch:

Das hätte ich anders gemacht.

Und manchmal erwische ich mich sogar noch bei Gedanken, auf die ich nicht besonders stolz bin.

Dann beginnt man die Arbeit eines anderen innerlich schlechter zu machen, nur weil man ihm vielleicht in diesem Moment einen kleinen Erfolg nicht vollständig gönnen möchte.

Ich mag diese Seite an mir nicht besonders.

Aber ich glaube inzwischen, dass es sinnvoller ist, sie zu akzeptieren und zu verstehen, als so zu tun, als würde sie nicht existieren.

Denn die entscheidende Veränderung ist für mich nicht, dass solche Gedanken nie wieder auftauchen.

Die Veränderung besteht darin, wie viel Macht ich ihnen gebe.

Früher konnten sie mir teilweise die Freude an meinem Hobby nehmen.

Heute erkenne ich sie meistens relativ schnell.

Und dann kann ich mich wieder auf meine eigene Arbeit konzentrieren.

Vielleicht ist Neid manchmal einfach eine Information

Auch meine Sicht auf Neid hat sich dadurch verändert.

Neid muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass man ein schlechter Mensch ist.

Manchmal zeigt er einem einfach etwas.

Vielleicht sehe ich ein Bild und wünsche mir, selbst so gut mit Licht umgehen zu können.

Vielleicht beeindruckt mich eine Komposition.

Vielleicht hätte ich gerne dieselbe Reichweite.

Oder dieselben Möglichkeiten zu reisen.

Dann kann ich entweder versuchen, den anderen kleiner zu machen.

Oder ich kann mich fragen:

Was genau daran wünsche ich mir eigentlich selbst?

Und genau dann wird aus Neid möglicherweise Motivation.

Eine vollkommen andere Erfahrung auf Fotoreisen

Eine der für mich wichtigsten Erfahrungen machte ich schließlich auf organisierten Fotoreisen.

Dort lernte ich eine Form des gemeinsamen Fotografierens kennen, die ich vorher nur selten erlebt hatte.

Es ging plötzlich nicht darum, Wissen vor anderen zu verstecken.

Es ging nicht darum, möglichst geheim zu halten, wie man ein Bild aufgenommen oder bearbeitet hatte.

Stattdessen wurde geholfen.

Wenn jemand nicht weiterwusste, kam jemand dazu.

Wenn es ein technisches Problem gab, wurde gemeinsam nach einer Lösung gesucht.

Wenn jemand eine Frage zur Bildbearbeitung hatte, setzte man sich zusammen.

Und manchmal waren es gerade die anderen Teilnehmer, von denen man besonders viel lernen konnte.

Eine Situation ist mir dabei bis heute besonders im Gedächtnis geblieben.

Ein Objektiv – und eine kleine Lektion über Gemeinschaft

Wir waren auf einer Fotoreise in Südamerika und fotografierten an einem sehr besonderen Baum.

Die Komposition funktionierte durch eine Gabelung im Baumstamm und erforderte ein extrem weitwinkliges Objektiv.

Nur hatte ich genau dieses Objektiv nicht.

Ich versuchte verschiedene Möglichkeiten.

Ich suchte nach anderen Kompositionen.

Aber letztendlich war relativ klar:

Mit meiner vorhandenen Brennweite würde dieses Bild nicht so funktionieren, wie ich es gerne gehabt hätte.

Ein anderer Teilnehmer bemerkte das.

Er hätte einfach weiterfotografieren können.

Schließlich hatte er die richtige Ausrüstung.

Er hätte sein Bild machen und sich darüber freuen können, dass er eine Möglichkeit hatte, die mir fehlte.

Stattdessen kam er zu mir.

Er bot mir sein Objektiv an.

Er half mir bei der Komposition.

Er unterstützte mich bei der Aufnahme.

Und ermöglichte mir dadurch, selbst dieses Bild zu fotografieren.

Vielleicht klingt das nach einer Kleinigkeit.

Für mich war es keine.

Denn dieser Moment zeigte mir etwas:

Sein Bild wurde nicht schlechter, nur weil ich ebenfalls ein gutes Bild machen konnte.

Wir mussten nicht gegeneinander gewinnen.

Wir konnten beide mit einem Bild nach Hause gehen, über das wir uns freuten.

Genau so möchte ich Fotografie erleben

Diese Erfahrung hat meine Vorstellung davon geprägt, wie gemeinsames Fotografieren für mich aussehen sollte.

Gemeinschaft bedeutet dabei für mich nicht, dass jeder am Ende exakt dasselbe Bild machen muss.

Ganz im Gegenteil.

Individualität ist für mich ein enorm wichtiger Teil der Fotografie.

Wenn ich einen außergewöhnlichen Standpunkt entdecke, möchte ich manchmal selbst erst ausprobieren.

Kompositionen testen.

Mit Brennweiten arbeiten.

Meiner Kreativität freien Lauf lassen.

Ich finde nicht, dass gemeinsames Fotografieren bedeutet, jede eigene Idee sofort weiterzugeben.

Aber es bedeutet für mich sehr wohl:

Niemand sollte bewusst zurückgelassen werden, nur damit man selbst einen Vorteil hat.

Wenn jemand Hilfe braucht und ich helfen kann, möchte ich helfen.

Wenn jemand technisch nicht weiterweiß, möchte ich mein Wissen weitergeben.

Wenn jemand etwas entdeckt, von dem die Gruppe profitieren kann, darf daraus etwas Gemeinsames entstehen.

Und genauso möchte ich selbst weiterhin von anderen lernen.

Das ist auch die Atmosphäre, die ich auf meinen eigenen Fotoreisen möchte

Genau diese Erfahrungen beeinflussen heute sehr stark meine eigenen Pläne.

Wenn ich künftig mit kleinen Gruppen auf Fotoreisen unterwegs bin, möchte ich nicht sechs Menschen nebeneinander stehen haben, die heimlich versuchen, das jeweils bessere Bild als der Nachbar zu produzieren.

Ich möchte Menschen zusammenbringen, die dieselbe Leidenschaft teilen.

Natürlich soll jeder mit großartigen Bildern nach Hause kommen.

Natürlich möchte ich Teilnehmern zeigen, wie ich fotografiere, wie ich Kompositionen aufbaue, wie ich mit Licht arbeite und wie ich meine Bilder bearbeite.

Und ja:

Natürlich würde es mich unglaublich freuen, wenn jemand am Ende einer Reise meine Bilder betrachtet und denkt:

„So möchte ich irgendwann auch fotografieren können.“

Ich glaube nicht, dass man sich dafür schämen muss.

Es ist schön, wenn die eigene Arbeit andere Menschen inspiriert.

Genauso schön ist es aber, wenn auch ich etwas von einem Teilnehmer lernen kann.

Denn niemand sieht die Welt exakt gleich.

Der beste Fotograf am Spot?

Vielleicht ist die Frage ohnehin falsch.

Wer ist der beste Fotograf?

Derjenige mit den meisten Likes?

Der teuersten Kamera?

Der spektakulärsten Bearbeitung?

Der größten Reichweite?

Oder derjenige, der an diesem Tag das Bild gemacht hat, das ihm selbst am meisten bedeutet?

Ich weiß es nicht.

Und ehrlich gesagt interessiert mich diese Frage heute wesentlich weniger als früher.

Mich interessiert mehr:

Bin ich heute besser als vor einem Jahr?

Sehe ich Licht anders?

Erkenne ich Kompositionen schneller?

Kann ich meine Ideen besser umsetzen?

Verstehe ich meine eigene Bildsprache besser?

Habe ich noch Freude daran?

Vielleicht wird man in der Fotografie niemals fertig

Ich glaube mittlerweile, dass genau darin für mich ein großer Reiz dieses Hobbys liegt.

Es gibt keinen Endpunkt.

Vielleicht fotografiere ich in 20 Jahren vollkommen anders als heute.

Vielleicht schaue ich mir meine heutigen Bilder irgendwann an und frage mich, warum ich bestimmte Dinge so bearbeitet habe.

Vielleicht lerne ich mit 70 noch etwas über Fotografie, das meine gesamte Sichtweise verändert.

Und genau das wäre doch eigentlich großartig.

Denn sobald es nichts mehr zu lernen gibt, würde vermutlich auch ein Teil der Faszination verschwinden.

Das Thema künstliche Intelligenz wird diese Entwicklung in den kommenden Jahren wahrscheinlich noch einmal massiv verändern – aber das verdient einen eigenen Blogbeitrag.

Ich fotografiere nicht nur, um Bilder zu erschaffen

Vielleicht kann ich meine heutige Beziehung zur Fotografie am besten so beschreiben:

Ich fotografiere nicht nur, um Bilder zu erschaffen. Ich fotografiere auch, weil mich der Prozess selbst verändert.

Fotografie bringt mich an Orte, an denen ich sonst niemals gewesen wäre.

Sie lässt mich morgens zu Zeiten aufstehen, zu denen vernünftige Menschen noch schlafen.

Sie lässt mich stundenlang auf Licht warten.

Sie lehrt mich Geduld.

Sie zwingt mich dazu, genauer hinzusehen.

Sie bringt mich dazu, kreativ zu denken.

Und sie führt mich zu Menschen, die dieselbe Leidenschaft teilen.

Manche dieser Menschen werden mich herausfordern.

Manche werden mich inspirieren.

Manche werden Bilder machen, bei denen ich mir denke:

Verdammt, das hätte ich auch gerne gemacht.

Und wahrscheinlich wird irgendwo in mir immer ein kleiner Teil existieren, der diesen Vergleich sucht.

Vielleicht muss dieser Teil auch gar nicht vollständig verschwinden.

Ein gewisser Wettbewerb kann antreiben.

Er kann dafür sorgen, dass man nicht stehen bleibt.

Entscheidend ist nur, dass aus

„Ich möchte besser werden“

nicht wieder

„Ich muss besser sein als du“

wird.

Denn am Ende wird das Bild eines anderen nicht besser, wenn ich meines schlechtrede.

Und mein eigenes Bild wird nicht schlechter, nur weil jemand neben mir ebenfalls etwas Großartiges geschaffen hat.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Lektion, die ich bisher über gemeinsames Fotografieren gelernt habe.

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Warum YouTube ein wichtiger Teil meiner Fotoreisen ist