Warum YouTube ein wichtiger Teil meiner Fotoreisen ist
Als ich vor ungefähr zwei Jahren begonnen habe, Videos für YouTube zu machen, hatte ich noch keinen ausgefeilten Plan dahinter. Ich wollte unsere privaten Fotoreisen, Urlaube und Abenteuer festhalten, ein bisschen erzählen, was wir unterwegs erleben, und daraus eine Art persönlichen Reisebericht machen.
Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass YouTube für mich noch viel mehr sein kann.
Heute ist der Kanal für mich einerseits eine Möglichkeit, Erlebnisse festzuhalten und mit anderen zu teilen. Gleichzeitig möchte ich YouTube aber ganz bewusst auch als Werbung für meine zukünftigen Fotoreisen und Workshops nutzen. Nicht im Sinne klassischer Hochglanzwerbung, sondern indem Menschen sehen können, wer ich bin, wie ich unterwegs bin und was sie erwarten könnte, wenn sie irgendwann gemeinsam mit mir auf Fotoreise gehen.
Mehr als nur fertige Bilder
Auf Instagram oder auf meiner Website sieht man meistens das fertige Ergebnis.
Ein Landschaftsfoto zeigt vielleicht einen dramatischen Sonnenaufgang, Nebel zwischen den Bergen oder eine wilde Küste unter spektakulären Wolken. Was man auf diesem einen Bild aber meistens nicht sieht, ist alles, was davor passiert ist.
Die Planung.
Die lange Anreise.
Das Aufstehen mitten in der Nacht.
Der Weg zum Fotospot.
Regen, Wind oder Kälte.
Wetterprognosen, die überhaupt nicht eintreffen.
Ein Standort, von dem man sich viel erwartet hat und der am Ende überhaupt nicht funktioniert.
Oder genau das Gegenteil: ein völlig ungeplanter Moment, der plötzlich zum Highlight einer ganzen Reise wird.
Und genau diese Geschichten möchte ich auf YouTube zeigen.
Für mich gehört nämlich all das genauso zur Landschaftsfotografie wie das fertige Bild.
Ein Blick hinter die Kulissen
Meine Videos sollen deshalb eine Art Blick hinter die Kulissen meiner Fotografie und meiner Reisen sein.
Ich möchte zeigen, wie wir unterwegs sind, wie wir Locations auswählen, wie wir auf Wetter reagieren und warum wir manchmal spontan unsere gesamten Pläne ändern.
Gerade bei Landschaftsfotografie lässt sich vieles eben nicht kontrollieren.
Wir können Sonnenstand, Location und mögliche Kompositionen planen. Wir können Wetterkarten studieren und versuchen vorherzususehen, wo Nebel oder Wolken entstehen könnten.
Aber am Ende entscheidet die Natur.
Und genau das macht für mich einen großen Teil der Faszination aus.
Manchmal bekommt man die Bedingungen, von denen man vorher geträumt hat. Manchmal steht man stundenlang irgendwo und es passiert überhaupt nichts.
Dann heißt es improvisieren, beobachten und das Beste aus dem machen, was uns die Landschaft an diesem Tag anbietet.
Diese Realität möchte ich auch in meinen Videos zeigen.
Ja – YouTube ist auch Werbung
Natürlich möchte ich mit meinem YouTube-Kanal auch Menschen erreichen.
Das gehört für mich ganz offen dazu.
Wenn ich künftig Fotoreisen veranstalte, brauche ich Teilnehmer. Menschen müssen überhaupt erst erfahren, dass es meine Reisen gibt und was ich anbiete.
YouTube ist deshalb für mich auch ein Marketingkanal.
Aber ich finde, gerade bei Fotoreisen funktioniert Werbung etwas anders als bei vielen klassischen Produkten.
Wer mehrere Tage gemeinsam mit einer kleinen Gruppe unterwegs ist, früh morgens aufsteht, stundenlang fotografiert, gemeinsam fährt, isst, plant und vielleicht auch einmal bei schlechtem Wetter improvisieren muss, sollte vorher zumindest ungefähr wissen, mit wem er da eigentlich unterwegs sein wird.
Und genau dafür finde ich YouTube unglaublich wertvoll.
Wer einige meiner Videos gesehen hat, bekommt relativ schnell ein Gefühl dafür, wie ich ticke.
Wie ernst ich Fotografie nehme.
Wie viel Spaß und Blödsinn zwischendurch dazugehören.
Wie ich mit Problemen umgehe.
Wie viel Wert ich auf Planung lege.
Und gleichzeitig, dass am Ende nicht alles planbar ist.
Ich möchte nicht jeden erreichen
Natürlich freue ich mich über jeden Menschen, der meine Videos anschaut.
Aber wenn es um meine Fotoreisen geht, möchte ich eigentlich gar nicht jeden als Kunden erreichen.
Ich möchte vielmehr Menschen finden, die ähnlich ticken wie ich.
Menschen, die Lust darauf haben, früh aufzustehen, weil draußen möglicherweise gerade etwas Besonderes passiert.
Menschen, die nicht enttäuscht sind, wenn die Sonne einmal nicht spektakulär untergeht, sondern gemeinsam überlegen: Was können wir stattdessen fotografieren?
Menschen, die gerne draußen sind.
Die Abenteuer mögen.
Die bereit sind, sich auf Natur, Wetter und neue Situationen einzulassen.
Und vor allem Menschen, die gemeinsam eine gute Zeit haben wollen.
Denn genau so stelle ich mir meine Fotoreisen vor.
Gemeinsam fotografieren, lernen und wachsen
Natürlich geht es auf einer Fotoreise um Fotografie.
Ich möchte mein Wissen weitergeben, bei Kameraeinstellungen helfen, über Komposition sprechen und gemeinsam überlegen, wie man eine Landschaft möglichst wirkungsvoll fotografieren kann.
Aber ich möchte diese Reisen nicht als klassischen Frontalunterricht verstehen.
Jeder Mensch bringt eigene Erfahrungen, Ideen und Sichtweisen mit.
Und genau davon kann eine Gruppe profitieren.
Vielleicht entdeckt ein Teilnehmer eine Komposition, die niemand sonst gesehen hat.
Vielleicht kennt jemand eine bestimmte Technik besonders gut.
Vielleicht entsteht beim gemeinsamen Bearbeiten eines Bildes eine Idee, auf die man alleine nie gekommen wäre.
Ich finde den Gedanken schön, dass wir voneinander lernen und miteinander wachsen.
Ich werde sicherlich nicht auf jede fotografische Frage dieser Welt die perfekte Antwort haben. Und das muss ich auch nicht.
Viel wichtiger finde ich eine Atmosphäre, in der man gemeinsam ausprobieren, diskutieren und Erfahrungen austauschen kann.
Eine richtig gute Zeit miteinander haben
Was mir persönlich mindestens genauso wichtig ist wie die Fotografie, ist das gemeinsame Erlebnis.
Ich möchte nicht, dass man nach einer Reise nur mit einer Speicherkarte voller Bilder nach Hause kommt.
Ich möchte, dass man sich auch Jahre später an bestimmte Situationen erinnert.
An den Sonnenaufgang, für den man um drei Uhr morgens aufgestanden ist.
An den Moment, als sich plötzlich der Nebel im Tal geöffnet hat.
An das gemeinsame Abendessen.
An irgendeinen völlig absurden Moment während einer langen Autofahrt.
Oder an einen Tag mit miserablem Wetter, über den man später wahrscheinlich mehr lacht als über den perfekten Sonnenuntergang.
Eine Fotoreise soll für mich nicht nur eine Aneinanderreihung möglichst vieler Fotospots sein.
Sie soll ein Erlebnis sein.
Warum auch andere Projekte auf meinem Kanal Platz haben
Auf meinem YouTube-Kanal geht es deshalb auch nicht ausschließlich um klassische Fotoreisen.
Ich filme beispielsweise auch andere Projekte und Abenteuer wie meine Radreisen.
Auf den ersten Blick hat eine lange Bikepacking-Tour vielleicht nicht unmittelbar etwas mit einem Fotoworkshop zu tun.
Für mich gibt es aber sehr viele Gemeinsamkeiten.
Ich mag Herausforderungen.
Ich liebe es, unterwegs zu sein.
Ich möchte neue Landschaften entdecken.
Ich setze mir gerne Ziele, die mich aus meiner Komfortzone bringen.
Und ich finde es unglaublich spannend zu sehen, was passiert, wenn man sich auf ein Abenteuer einlässt, dessen Ausgang man vorher nicht vollständig kennt.
Auch diese Videos zeigen deshalb einen Teil von mir.
Sie zeigen, was mich motiviert und warum mich bestimmte Projekte überhaupt antreiben.
Und ich glaube, genau das ist für jemanden interessant, der vielleicht irgendwann mit mir verreisen möchte.
Vom Zuschauer zum Reisebegleiter
Vielleicht findet jemand eines meiner Videos zufällig über YouTube.
Vielleicht schaut diese Person anschließend noch ein zweites.
Dann ein Video aus Schottland.
Vielleicht eines aus einer völlig anderen Region.
Und irgendwann entsteht der Gedanke:
„So eine Reise würde ich eigentlich auch gerne einmal erleben.“
Genau das wäre für mich natürlich großartig.
Nicht, weil ich jemanden mit möglichst aggressiver Werbung überzeugen möchte.
Sondern weil diese Person über meine Videos bereits einen Eindruck davon bekommen hat, was sie erwartet – und trotzdem oder gerade deshalb sagt:
Da möchte ich mitkommen.
Dann hat YouTube für mich genau das erreicht, was ich mir davon erhoffe.
Der Traum von eigenen Fotoreisen – und irgendwann Expeditionen
2027 möchte ich beginnen, meine eigenen Fotoreisen professionell anzubieten.
Am Anfang möchte ich bewusst Schritt für Schritt vorgehen.
Kleine Gruppen.
Reisen innerhalb Europas.
Erfahrungen sammeln.
Abläufe verbessern.
Herausfinden, was funktioniert – und sicherlich auch aus Dingen lernen, die einmal nicht perfekt funktionieren.
Langfristig habe ich aber durchaus größere Träume.
Mich faszinieren Fotografen, die Expeditionen in abgelegene Regionen der Welt organisieren und mit kleinen Gruppen Landschaften besuchen, die weit außerhalb klassischer Reiserouten liegen.
Vielleicht werde auch ich irgendwann solche Fotoexpeditionen veranstalten.
Vielleicht geht es eines Tages in Regionen, die heute noch weit außerhalb meiner aktuellen Planung liegen.
Ich weiß es nicht.
Und genau das gefällt mir eigentlich daran.
Der Weg muss noch nicht vollständig feststehen.
YouTube soll diesen Weg begleiten
Genau deshalb möchte ich YouTube auch weiterhin nutzen.
Nicht nur, um fertige Reisen zu bewerben.
Sondern um den gesamten Weg dorthin zu dokumentieren.
Vielleicht auch Dinge, die nicht so funktionieren wie gedacht.
Und hoffentlich irgendwann die ersten größeren Expeditionen.
Ich finde den Gedanken spannend, dass Menschen diesen Weg über mehrere Jahre verfolgen können.
Vielleicht schaut jemand heute eines meiner Videos und kommt erst in drei Jahren auf eine Reise mit.
Vielleicht entsteht daraus eine Freundschaft.
Vielleicht trifft man sich irgendwann irgendwo auf der anderen Seite der Welt und steht gemeinsam vor einer Landschaft, die keiner von uns so schnell vergessen wird.
Genau solche Dinge kann man heute noch nicht planen.
Am Ende geht es um gemeinsame Erlebnisse
Natürlich möchte ich mit YouTube Reichweite aufbauen.
Natürlich möchte ich damit Werbung für meine Fotoworkshops und Fotoreisen machen.
Und natürlich hoffe ich, dadurch Kunden zu finden.
Aber wenn ich es auf einen einzigen Gedanken reduzieren müsste, wäre es wahrscheinlich dieser:
Ich möchte Menschen finden, die Lust haben, gemeinsam etwas zu erleben.
Gemeinsam fotografieren.
Gemeinsam lernen.
Voneinander lernen.
Gemeinsam wachsen.
Neue Landschaften entdecken.
Schlechtes Wetter genauso akzeptieren wie perfektes Licht.
Und einfach eine richtig gute Zeit miteinander haben.
Wenn YouTube dabei hilft, genau diese Menschen zusammenzubringen, dann erfüllt der Kanal für mich einen wesentlich größeren Zweck als nur möglichst viele Aufrufe zu generieren.
Und vielleicht beginnt irgendwann eine meiner zukünftigen Fotoexpeditionen genau damit, dass jemand Jahre zuvor zufällig auf eines meiner Videos geklickt hat.
